Reports
 

» english version
» Archiv der älteren Reports

Auf dieser Seite sind meine aktuellen Berichte abrufbar. Die früheren sind hier. Wo ich schon war, steht hier. Natürlich gibts auch Fotos dazu, und zwar auf dieser Page hier.

 
     
     
     
  Unser 2007  
     
 

Das Jahr 2007 startete und verlief viel ruhiger und gemächliger als das vorhergehende. Lucinda und die Boys kamen im Februar zurück von Melbourne. Angelino und Raphael brauchten einige Zeit, um sich wieder anzugewöhnen nach der Rückkehr von Australien.

Da wir ein paar Pfunde zugelegt hatten, während unseren Ferien, meldeten sich wir uns sogleich zu einer zehner Serie Kickbox-Aerobic an, ich fühlte mich zurückversetzt in die 90er Jahre, wo ich drei mal wöchentlich Kampfsport trainierte. Leider bin ich nun etwas eingerostet und alles fällt ein wenig schwerer... Wir entschieden dann, dass Yoga doch mehr unser Weg sei...

Im Februar war die Basler Fasnacht. Endlich konnte ich wieder mal dabeisein. Nachdem ich die letzten sechs Jahrgänge verpasst hatte, wegen Ausland- und Spitalaufenthalt. Doch dieses Jahr kosteten wir die Umzüge, Cliquen, Guggen, Masken und Kunterbunte Treiben in vollen Zügen aus. Lucinda zögerlich am Anfang, doch schon bald war sie hellbegeister und auch sie konnte nicht genug davon bekommen. Angelino konnte nicht genug von den Süssigkeiten bekommen, er stopfte sich so voll, dass er völlig hyperaktiv wurde und wir Schwierigkeiten hatten ihn wieder zu beruhigen.

Natürlich gingen wir auch einige Male in den Schnee. Da die Jungs noch etwas zu klein zum Skifahren waren, kamen die Schlitten zum Zuge. Raphael war hellbegeistert. Angelino hingegen etwas ängstlich und hüpfte immer vom Schlitten, wenn er etwas Fahrt bekam.

Lucinda war viel unterwegs in diesem Jahr, während ich hier in Itingen die Stellung hielt und meine Kunden betreute. Sie besuchte einige FreundeInnen und war in Florenz, Paris, Madrid. Mit Mutter Marion im Tessin und Genf, mit Schwester Jane und Familie im Tessin und Wengen, mit Rachel in Vevey und Fribourg. Und fast immer mit von der Partie: unser kleines Reisevögelchen Raphael, der das Reisen in vollen Zügen geniesst. Der ist schon fast mehr gereist als ich...

Ich hatte mich für einen Thaimassage-Osteopathie-Kurs in Griechenland angemeldet, welchen ich schon seit Jahren machen wollte. So reiste ich im Mai für 3 Wochen mit der Familie zu Land, Luft und Wasser nach Griechenland. Unser erster halt war Sifnos, eine wunderschöne Insel in den Zykladen, wo wir einige Tage das Strandleben genossen. Anschliessend reisten wir nach Evia, wo ich 10 Tage die Schulbank (Schulmatte) drückte und die Weiterbildung absolvierte. Zum Abschluss verbrachten wir in einem kleinen Fischerdörfchen auf der Insel und liessen uns kulinarisch verwöhnen.

Im Juli heiratet mein kleiner Bruder Benjamin seine langjährige Freundin Seraina. Es war ein feierliche Hochzeit mit allem Drum-und-dran. Es war auch der heisseste Tag des ganzen Jahres, so dass das Brautpaar und die ganze Gesellschaft ziemlich heiss hatten in ihren feierlichen Anzügen.

Seit August geht Angelino in den Kindergarten. Zweimal die Woche geht er in Sissach in den Rudolf Steiner Kindergarten. Er freut sich immer riesig und ist jeden Tag enttäuscht, an denen er nicht gehen darf. Am Montag backen sie Brot, am Freitag ist Waldtag, da spazieren sie in den Wald und spielen da.

Dieses Jahr stand völlig im Zeichen der Wohnungs-Suche. Unsere 3-Zimmer-Wohnung platzte schon seit längerem aus allen Nähten und Angelino musste wegen Platzmangel in unserem Schlafzimmer schlafen. Das Unterfangen stellte sich als sehr schwierig heraus. Da wir in Itingen bleiben wollten und klare Vorstellungen von unserem neuen Heim hatten, kamen nicht viele Objekte in Frage. Beinahe hätten wir etwas gekauft, doch fehlte es letztendlich am finanziellen Kleingeld und die Bank sagte Njet... Wir hatten die Suche schon aufgegeben, als wir einen Anruf von der Postbeamtin bekamen, welche uns einen heissen Tipp geben konnte. Das Haus, der Preis, einfach alles passte, so dass wir sofort zugriffen und innerhalb von einigen Stunden ein neues Heim hatten. Nachdem wir uns nochmals 2 Monate gedulden mussten, konnten wir dann im November endlich zügeln. Zum Glück hatten wir auch die vier kleinen, geschäftigen Arme, welches alles wieder auspackten, was in eine Schachtel eingepackt wurde. Wir fühlten uns sofort heimisch in unserem gemütlichen, verschachtelten Häuschen. Das Schwimmbad in 50 Meter entfernt, so dass wir fast einen privaten Pool haben. Wir heizen nun mit Holz. Das heisst, dass meine Frühgymnastik Holzhacken ist...

Ende Dezember breiteten wir unsere Flügel wieder aus und zogen Richtung Australien. Einige Tage verbrachten wir in Sydney bei Lucinda's Bruder Simon. Wir genossen es 5 Minuten vom Meer zu wohnen und die Surfkultur zu beobachten. Wir hatten grossen Spass alle Surfshops zu durchforsten und unsere Badekleider auszusuchen. Anschliessend verbrachten wir Weihnachten und Sylvester wieder in Melbourne, wo wir wieder anregende und geschäftige Wochen verbringen mit viel Strand, Stadt, Zoo und Parties und liessen das Jahr gemütlich ausklingen.

 
     
  Unser 2006  
     
 

Das Jahr 2006 fing mit mit einigen Paukenschlägen an. Am 18. Februar erblickte unser zweiter Sohn Raphael das Licht der Welt. Wir waren an einem Kinder-Fasnachtsball mit Angelino; alle verkleidet als Piraten, als die starken Wehen einsetzten. Es reichte gerade noch zum Abschminken und Umziehen, bevor wir ins Spital eilten. Nur wenige Stunden später nach kurzer, intensiver Geburt durfte ich das stramme und gesunde Baby willkommen heissen und baden. Nachdem wir uns gegenseitig kennenlernen konnten, entschieden Lucinda und ich uns für den Namen Raphael Diamond.

Eine Woche später hatten wir hohen Besuch in Itingen. Lucinda’s Cousine Clare-Louis Brumley, welche als Australischer Langlauf Champion an den Olympischen Spielen in Turin teilnahm, kam nach dem Rennen zu uns auf Besuch, in offizieller Australischer-Olympia-Montur. Zusammen mit ihr sahen wir die Abschlussfeier und erfuhren so viele spannende Hintergrundsinformationen von ihr und machte so die langatmige Show sehr unterhaltsam.
Wieder eine Woche später landete ich wieder im Spital, diesmal aber mit einem gebrochenen Fuss.

Ich fuhr von der Praxis nach Hause mit einem kleinen Trottinett und erwischte eine Eisplatte, die sich unerwartet wegen einem Kälteeinbruch gebildet hatte, und stürzte unglücklich. Ich hörte es laut Knacken, sah den Fuss hängen, spürte den Schmerz und wusste sogleich, dass dieser nur gebrochen sein kann. Der höllische Schmerz war eine klare Bestätigung dafür. Ich robbte zum nächsten Haus, wo man mich meiner sofort annahm bis die Ambulanz eintraf.

Das alles passierte nur 30m von unserem Hause. Lucinda hörte jemand schreien und hoffte, dass dies nicht Patrick sei, doch ihre Befürchtungen bewahrheiteten sich leider. Ihr Schock war dann noch grösser als meiner. Im Spital informierte mich der Arzt, dass ich mindestestens für drei Wochen da bleiben müsse, da es ein komplizierter Bruch sei. Ich glaubte er mache Witze. Ich konnte doch Lucinda mit dem Neugeborenen und Angelino nicht für so lange alleine lassen. Doch ich musste dableiben und quälte mich durch 6 Operationen, Schmerzen, unzählige Termine, schlaflose Nächte & schnarchende Bettnachbarn. Zum Glück half mein Kumpel Andi mit einem Laptop aus, so dass ich wenigstens verbunden mit der Welt war.

Am zweiten Tag im Spital begann es zu Schneien und stoppte erst 3 Tage später. Da war es besonders schwierig mit kaputtem Bein inmobil zu sein, bei perfekten Skiverhältnissen. In Basel konnte man an diesem Weekend sogar den Spalenberg runtersnöben. In Itingen lag 1 Meter Schnee, soviel wie seit 25 Jahren nicht mehr.
Lucinda machte das Beste aus der schwierigen Situation. Zum Glück kam ihre Mutter zu Besuch und war eine grosse Hilfe. Anstatt an die Basler Fasnacht zu gehen, war nun kochen, putzen und Windeln wechseln angesagt...
Als ich nach 3 Wochen dann endlich nach Hause entlassen worden war, hatte ich viel Zeit für meine Familie. Da ich für einige Monate arbeitsunfähig war, genoss ich viele schöne Stunden mit Lucinda und meinen 2 lebhaften Jungs, welche die Lebensfreude in mir wieder entfachten und die Sorgen verblassen liessen.
Der Heilungsprozess verlief viel schneller als erwartet, dank guter Betreuung und vielen Behandlungen von meinem Vater Bruno und Physiotherapeut Peter. So konnte ich glücklicherweise viel früher mit Arbeit beginnen als erwartet.

Im Mai kam Schwiegermutter Marion wieder, diesmal mit Lucinda's Schwester Fiona und ihrem Sohn Richard. Nach dem grossen Schnee bei Marion's letztem Besuch, hatte sie auch diesmal kein Wetterglück. Es regnete die ganze Zeit des Aufenthaltes. In Wengen schneeregnete es nonstop und war so verhangen, dass wir kein Steinchen das grossen Eigermassives sehen konnten. Zudem verstanden sich Richard und Angelino weniger als mehr, so dass wir immer wieder streitende Buben trennen mussten.

Im Juni hatten wir bereits wieder Besuch von Australien. Allan, Lucinda's Vater besuchte uns für 6 Wochen. Wir unternahmen viele Touren und sahen viel von der Schweiz, welche sich von der besten Seite zeigte. Es regnete nur gerade mal zwei mal während der Zeit. Die ersten Wanderungen waren für mich noch sehr mühsam, mit meinem rostigen Fuss. Dass ich Raphael im Huckepack tragen musste, vereinfachte die Sache natürlich auch nicht. Doch es ging immer besser, und schon bald konnte ich mit den Anderen mithalten.

Da zur dieser Zeit die Fussball-WM in Deutschland stattfand, und Allan vom Fussball-Virus infisziert wurde, organisierten wir viele lustige und spannende Fussball-Abende mit Allan und meinen Kumpels. Der Fernseher und Grill wurden auf den Balkon gezügelt, und die Partie konnte steigen.

Die schönste Erinnerung an einen WM-Abend habe ich als wir auf einer 2-tägigen Wanderung im Appenzell waren. Wir übernachteten in einem Berghaus beim Seealpsee. Es war ein perfekter, warmer Sommerabend mit rosaroten Abendwölklein. Um 21 Uhr trafen sich Wanderer aus aller Welt beim einzigen Antennen-Fernseher, der hinter ausserhalb der Küche aufgestellt wurde für die Küchenmannschaft. Es lief das Viertelfinale Frankreich-Brasilien. Im Restaurant fand auch noch eine Berg-Hochzeit statt und die Gäste (viele Welschschweizer) kamen immer wieder raus, um ein paar Minuten das Geschehen mitzuverfolgen. Als dann die Franzosen den Sack zumachten, war die Stimmung auf dem Höhepunkt und die Hochzeit mit Kuchenanschneiden auf nach dem Spiel verschoben...

Im August flogen wir dann nach Nizza. Wir besuchten Lucinda's Bruder Simon und Familie, welche ein Ferienhaus in einem mittelalterlichen Bergdorf in der Provence besitzen und da Ferien machten um das Haus instandzustellen. In dem befesteten Städtchen fühlte man sich wirklich wieder zurück ins Ritteralter versetzt. Wir erkundeten die wunderschöne Gegend mit vielen Spaziergängen. Angelino wollte nur barfuss gehen und weigerte sich die ganzen Ferien Schuhe anzuziehen. Seit dann nennt ihn Onkel Simon nur noch "Swiss mountain boy".

Im November war ein grosser langersehnter Augenblick für mich. Ich wurde endlich aus der Armee entlassen. Die Armee und ich - eine lange Leidensgeschichte... Glücklicherweise konnte ich dank meiner Auslandreisen einigen WK's entgehen. Nachdem ich als 33-jähriger von Australien in die Schweiz zurückgekehrt bin, hatte ich nach 5 Tagen einen Marschbefehl im Briefkasten, was doch grosses Kopfschütteln auslöste. Nachdem ich einen WK absolvieren musste, wurde ich dann dank meinem Unfall für 2 Jahre dienstuntauglich geschrieben. In der Kaserne Liestal hiess es ein letztes Mal strammstehen, salutieren und das war's dann. Was für eine Erleichterung.

Im Dezember hiess es dann schon wieder packen. Diesmal reisten wir nach Melbourne. Lucinda und die Jungs für 3 Monate, ich für 3 Wochen. Ich freute mich auf Weihnachten und Sylvester im Sommer. Doch am Anfang war es winterlich kalt, so dass wir uns zuerst mal mit dicken Wollpullovers eindecken mussten. Nach einigen Tagen wärmte es dann aber glücklicherweise doch noch auf. Es war schön die Familie und Freunde wiederzutreffen und unzählige BBQ's zu organisieren und einsame Spaziergänge an einem verlassenen Strand zu unternehmen. Die Buben machten ihre Sache gut; wir legten immer wieder Pausentage ein, an denen wir nichts anderes machen durften als uns um die Jungs zu kümmern, was ganz gut funktionierte.

 
     
  4. Dezember 2005  
     
  Returning to Switzerland

Nachdem Lucinda und ich nun bereits 3 1/2 Jahre in Melbourne gelebt haben, fühlten wir uns anfangs dieses Jahres langsam bereit für eine Veränderung. Da auch unsere Wohnung mitte dieses Jahres verkauft werden sollte, hätten wir sowieso umziehen müssen, so dass wir uns gesagt haben, dass wir gleich einen grossen Umzug in Angriff nehmen möchten. Als ich dann von meinem Vater Bruno angefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, ihn in seiner Praxis zu unterstützen, da er so überbeschäftigt sei, fiel uns die Entscheidung sehr einfach. Da mich schon seit einiger Zeit ein bisschen Heimweh plagte, war das Angebot einfach zu verlockend, um es auszuschlagen. So sagten wir zu und starteten unsere Planung zum grossen Umzug in die Schweiz. Ich habe wiedereinmal einen viermonatigen Job in der Transportbranche angenommen, um die finanzielle Umzugsbelastung im Griff zu behalten.

Im Mai 2005 verpackten wir dann unser ganzes Hab und Gut transportgerecht in Kartons und Kisten und verschifften es per Seefracht via Singapore und Antwerpen nach Itingen ins Baselland.

Im Juni 2005 war dann der Zeitpunkt zum grossen Verabschieden gekommen. Mit gemischten Gefühlen (mit grosser Vorfreude auf das neue Abenteuer und Trauer, viel Liebgewonnenes zurückzulassen) sagten wir unzählige ByeByes und verabschiedeten unsere Familie, FreundenInnen, KollegenInnen, KundenInnen, die Praxis, die Wohnung und natürlich die fantastische, grossartige Stadt Melbourne.

In der Schweiz angekommen, benötigte ich zwei Wochen, um zu begreifen, dass ich wieder in die Schweiz zurückgekehrt war. Glücklicherweise fiel von Anfang an viel Arbeit in der Praxis an, so dass ich gleich mit beiden Händen anpacken musste. Das machte die Umstellung einfacher. Wir hatten das Glück, bei alten Freunden von mir eine Wohnung in einem alten umgebauten Bauernhaus mieten zu können.

Vier Wochen später kamen Lucinda und Angelino, die noch länger in Australien verweilten, endlich in in der Schweiz an. Angelino hat sich in der Schweiz sofort pudelwohl gefühlt. Er hat all die Tiere, welche in der näheren Umgebung anzutreffen sind, sofort ins Herz geschlossen, und muss sie auf einer täglichen Tour begrüssen und betreuen... Auch die kleine Badi, von welcher er im schönen Spätsommer ausgiebig Gebrauch machte: Splish, Splash. Er liebt es, draussen im Freien zu spielen und rumzutollen.

Auch Lucinda hat sich gut eingelebt. Sie absolviert ein intensives Deutschkurs-Programm. Doch Deutsch und Schwiizerdütsch sind dann doch wieder zwei verschiedene paar Schuhe, was die Kommunikation sicher nicht einfacher macht. Sie hat auch immer wieder lange Zeit nach Melbourne und vermisst Familie und Freunde.
Vor allem seit die Tage kürzer und kälter geworden sind und der Winter vor der Türe steht, wird ihr Wunsch nach wärmerem Klima immer grösser.

Dezember 2005

Es ist Adventszeit in Itingen. Der erste Schnee ist soeben gefallen. Vor einigen Tagen war alles weiss und eingeschneit, als wir am Morgen die Rolladen öffneten. Die Schneelandschaft war verzaubernd und sah aus wie ein Märchenparadies. Angelino hatte nur noch Augen für die Schneeflocken und ich musste bereits um 7 Uhr in der Früh durch den Schnee stapfen.

Seit gestern verweilen wir nun in Südfrankreich für einige Tage. Wir sind zu Besuch bei meinem Kumpel Andi im Ferienhäuschen seiner Familie. Die Olivenernte steht an, und es werden noch ein paar fleissige Hände benötigt. So sind wir nun emsig am Oliven pflücken. Schon nach einem Tag spüren wir jedes Müskelchen und sind froh am Abend ein kühles Bierchen und Wein (Beaujolais Nouveau) zu geniessen. Doch die Vorfreude an ein goldenes Tröpfchen Olivenöl lässt uns immer weiter pflücken, selbst Regen kann uns nicht stoppen.

 
     
  11. Februar 2005  
     
 

Hallo aus Melbourne! Ich hoffe ihr habt die Festtage gut ueberstanden und das Jahr grandios gestartet. Wir befinden uns hier im Hochsommer, auch wenn man das nicht meinen koennte, bei kuehlen Temperaturen von 12 - 15 Grad.

Wir sind gerade von 10 Tagen Zeltferien an der Kueste zurueckgekommen. Da es uns beinahe davongestuermt hat und wir im Zelt fast ertrunken sind vor lauter Regen, haben wir uns entschlossen, frueher nach Hause ins Trockene zurueckzukehren... Vor dem Wetterumsturz hatten wir einige herrlich sonnige Strandtage. Angelino liebte es, in den Rockpools zu schwimmen, Papis Sandburgen zu zerstoeren und den Moewen nachzujagen... ach ja - und viel Sand zu essen. Wie lecker! Er lernte in der Zwischenzeit gehen und marschiert herum wie ein Pinguin, noch etwas holprig und steif. Doch taeglich sieht man eine Verbesserung, und er macht einige Meter mehr ohne Fall.

Am 4. Februar war Angelinos erster Geburtstag. Es gab eine leckere Schokoladentorte, die er mit viel Geschmatz verschlang (seine erste Schokolade...) - neben einigen Buechern bekam er 2 Finken (Voegel). Er liebt Voegel, und kann ihnen stundenlang nachschauen. Zum Glueck zwitschert er noch nicht.

Kurz vor den Ferien an einem heissen Nachmittag nahm Angelino ein Bad in seiner Babybadewanne auf dem Balkon. Natuerlich musste ich da einige Photos mit der Digitalkamera machen. Als ich einige Augenblicke abgelenkt wurde, huepfte er aus dem Bad, griff nach der Kamera und dunkte sie ins Wasser wie ein Bade-Entchen. Und futsch war die Kamera... So verbrachten wir die Ferien ohne Digitalfotos und griffen halt auf altbewaehrte analoge Technik zurueck.

Sonst gibts nicht viel neues in Downunder. Angelino benoetigt viel Aufmerksamkeit, und wir muessen ihm Stundenlang Buecher vorlesen und erzaehlen. Von vorne nach hinten und dann wieder nach vorne, ohne zu stoppen. Im Day Spa, wo ich arbeite, hat das Management gewechselt, und ich arbeite nun fuer eine Aboriginal Spa Linie, die einheimische Produkte und Aboriginal-Behandlungen anbietet. Das Training war sehr interessant und lehrreich.

Also das waers kurz aus Melbourne. Ich wuensche allen Baslern eine tolle und unvergessliche Fasnacht. Und vorwaerts marsch!
Ein lieber Gruss vom Heimweh-Fasnaechtler Patrick

 
     
  26. Oktober 2004: Hoher Besuch aus der Schweiz  
     
 

Letzten Montag bekamen wir hohen und langerwarteten Besuch aus der Schweiz. Mein Bruder Benjamin und seine Freundin Seraina landeten nach langem Flug aus der Schweiz in Melbourne. Angelino (und natuerlich ich) freute sich riesig, seinen Goetti zu sehen. Sofort stuerzte er sich auf Benj und begann in anzuknabbern. Wir hatten vollbepacktes Programm und es blieb keine Zeit zum Ausruhen (die beste Medizin, um einen Jetlag zu ueberwinden.). Wir zeigten den beiden Melbourne, gingen in den Zoo und sahen die ersten Kaenguruhs und Koalas, tranken Nachmittags-Wein in einem gruenen Weingut, assen uns durch die grosse Vielfalt an internationalen Gerichten. Dannging es schon los; wir fuhren fuer einige Tage mit vollbepacktem Auto der schoenen Westkueste Victorias entlang.

Am ersten Abend uebernachteten wir in einem kleinen verschlafenen Nest mit Golfplatz. Und der Golfplatz war bevoelkert mit hunderten von Kaenguruhs. Ich habe noch nie soviele Kaengis auf einem Haufen gesehen. Sie liessen von den Golfspielern und Touristen sich nicht stoeren. Am naechsten Abend sahen wir eine Truppe Pinguine ueber den Strand watscheln, um sich nach geschaeftigem Tag im Meer in ihrem Schlafnest nieder zu lassen. Wir wanderten durch uralte Regenwaelder, picknickten am Strand, sahen wunderschoene Sonnenuntergaenge und sahen viele Touristen-Attraktionen. Doch dann hiess es schon wieder zurueck nach Melbourne. Nachdem sie die letzten Tips von mir erhalten haben, verabschiedeten sich Benj und Seraina (die Reisegreenhorns) am Sonntag nach Adelaide, wo sie ihre Abenteuerreise ins Australische Outback so richtig begannen - und ich feierte mit Lucinda ihren 34. Geburtstag.

Heute morgen hatte ich grossen Grund zum Jubeln. Ich habe endlich das "Permanent Resident Visa" fuer Australien bekommen. Nachdem ich mich wochenlang durch Formulare gekaempft, Polizeireports angefordert (den Schweizer hatte ich doppelt so schnell wie den Australischen.), unzaehlige von Briefen, Rechnungen und Photos kopiert und alles fuenf mal kontrolliert hatte, sandte ich das grosse Couvert ab - nur 2 Wochen spaeter kam die definitive Bestaetigung. Was fuer eine Erleichterung. Nun kann ich ein- und ausreisen wie ich will.

Meinen neuen Job im Wellness Center direkt am Meer habe ich nach anfaenglichen Startschwierigkeiten nun gerne bekommen, obwohl die Arbeitszeiten ziemlich lange sind, inklusive Samstag und Sonntag (so dass ich meine Familie momentan nicht allzuviel sehe). Das Team ist toll und ich konnte schon viel Neues lernen und profitieren. Und dann vor 2 Wochen die Schockmeldung. Der Mietvertrag wird nicht erneuert, und während der naechsten zwei Monate wird das Center zugemacht fuer Renovation - und dann von einer anderen Firma uebernommen. Das jetzige Center sucht natuerlich neue Raeumlichkeiten, was alles andere als leicht sein wird. Eine nicht enden wollende Geschichte mit diesen Wellnesscentern. Immer nur Probleme. und schon stehe ich wieder auf der Strasse. Zum Glueck laeuft meine eigene Praxis momentan ziemlich gut, so dass ich hoffentlich auf 4 Tage ausbauen kann, und so keinen "angestellten Job" mehr suchen muss.

Die Praxis wird momentan renoviert. Die Boeden werden abgeschliffen und neu lackiert, so dass dann alles schoen und wie neu aussieht. Naechsten Montag bin ich wieder back at work. Ich werde dann eine grosse Eroeffnungsparty schmeissen.

Am 30. September 2004 habe ich endlich meine Ausbildung abgeschlossen und durfte stolz das Diplom in Empfang nehmen. Nun bin ich Shiatsu Therapist mit der Ausbildung "Diploma of Shiatsu and Oriental Health". Im Oktober habe ich dann sogleich meine ersten zwei Workshops geleitet in meiner Praxis. Ich habe Studenten der Shiatsuschule einige meiner Techniken und Kniffs weitergegeben. Es war ein grosser Erfolg. Mit 10 Teilnehmern war die Praxis mehr als voll.

Was fuer Neuigkeiten gibt es von unserem grossen Baby Angelino? Nun, er wiegt nun stattliche 10 Kilos. Hat 2 Zaehnchen. Grunzt wie ein Schweinchen. Isst unser Essen lieber als seines. Krabbelt wie ein Wilder, nur geht's nur rueckwaerts momentan. Liebt es, den Telefonhoerer aufzuessen. Sitzt auf im Bettchen oder zieht sich auf zum Stehen und lacht sich an im Spiegel, wenn er nicht schlafen will. Weckt uns jeden Morgen Punkt 5 Uhr. Taucht und huepft dann auf uns herum in unserem Bett, anstatt uns schlafen zu lassen. Plaudert und singt im Babyslang. Liebt es Buechlein anzugucken. Die Bremer Stadtmusikanten (von Goetti Benj) sind sein heisser Favorit. Er hatte seinen ersten Haarschnitt, da die Fransen in seine Augen fielen und ihn stoerten..

Jetz geusst und turnt er gerade auf mir herum, so dass es fast nicht moeglich ist diesen Bericht zu schreiben. Also, in diesem Sinne. sonnige Gruesse aus Melbourne
Patrick, Daddy at work

 
     
  14. September 2004: Spring Downunder  
     
 

Endlich wir haben Fruehling. Der Winter ist ueberstanden - dachten wir! - doch nach einigen warmen und sonnigen Tagen hatten wir erneuten Kaelteeinbruch mit Regen, so dass wir wieder frieren. Dafuer lachen die Skigebiete, welche noch immer Schnee in Massen haben. Es soll der beste Winter in Jahrzehnten sein, und viele Skifans geniessen den verlaengerten Winter mit Weekends im Schnee.

Vor einigen Wochen wurde ich Opfer eines Taschendiebes, welcher meinen Geldbeutel aus der Jackentasche geklaut hat. Ich war in einem Warenhaus steuerte Angelinos Wagen durch die schmalen Gaenge. Auf einmal stiess mich jemand von hinten an. Nichts denkend schlendere ich weiter, schaue nicht mal zurueck. Als ich bezahlen will, ist mein Portemonnaie weg. Sofort wurde mir klar, dass ich es nicht vergessen oder verloren habe. Zum guten Glueck hatte ich nur wenig Geld darin und die Kreditkarten zu Hause, so dass sich der Dieb mit $ 10.-zufrieden geben musste (hae hae hae.). Der groesste Verlust waren die Passphotos, welche nun weg sind und meine Schweizer ID. Das nervige ist nun nur, dass ich alle Karten wieder bestellen muss. Als ich den Diebstahl beim Management berichtete, teilten sie mir mit, dass ich bereits der 5. Bestohlene sei am heutigen Tag.

Vor 2 Wochen habe ich auch endlich meinen neuen Job angefangen. Ich arbeite nun einem anderen Wellness Center direkt am Meer. Die Aussicht ist fantastisch, vorallem bei Sonnenuntergang. Die Sonne versinkt regelrecht im Meer. Da ist es schwer das massieren nicht zu vergessen. Ich muss sogar eine Uniform tragen und sehe aus wie ein Prediger mit schwarzem Stehkraegchen.

Endlich wurde auch die finanzielle Angelegenheit mit dem alten Arbeitsgeber geregelt, und ich wurde endlich nach fast 4 Monaten Wartezeit und endlosem Nachfragen bezahlt. Diese Woche beende ich endlich meine Schulausbildung hier. Am Samstag habe ich meine letzte Klasse. Fuehlt sich gut an, endlich nicht mehr die Schulbank (oder besser gesagt Futon) zu druecken.

Nun Warte ich ungeduldig auf den Besuch meines kleinen Bruders. Er wird der erste der Familie sein, der mich hier in Melbourne besuchen kommt. Wir haben ein vollbepacktes Programm fuer ihn und seine Freundin vorbereitet. Da wird doch ein wenig Heimweh aufkommen bei mir.

Unser Junior der Familie ist momentan im Schlaftraining. Da seine Schlafangewohnheiten in den letzten Wochen immer wie schlechter geworden sind und nichts, was wir versucht haben, geholfen hatte, mussten wir mit ihm rigoroses Schlaftraining vornehmen, er hat nun seine vierte Nacht hinter sich und sein Schlaf hat sich sehr viel verbessert, zu unserer Erleichterung. Gestern war die erste Nacht in 7 Monaten, welche wir durchschlafen konnten bis 5 Uhr morgens.!

Ansonsten ist er suess wie immer, und wird immer suesser und pfiffiger. Er sitzt nun wie ein Prinz auf dem Boden und spielt mit seinen Spielsachen. Seine Spezialitaet ist aber, Papis Sachen wegzunehmen und vollzusabbern. Ebenfalls liebt er es Spielkarten umzudrehen, anzubeissen und wegzuschmeissen - ein richtiger Falschspieler. Da wir nun ein Sitzli haben, unterstuetzt er mich nun beim Computerlen und ist stolz, meinen Sekretaer zu spielen und den Locher und Taschenrechner auf den Boden zu schmeissen!

Wenn wir in einem Laden sind und an der Kasse anstehen, kommt es schon mal vor, dass Leute die Schlange wechseln, um hinter Angelino zu stehen und mit ihm zu plauderlen. Auch auf der Strasse halten immer wieder Leute an sprechen mit ihm oder kneifen seine Wangen, was er natuerlich ueber alles liebt.

So, dass waers kurz aus Downunder. Muss nun ins Bett huepfen und meine zweite hoffentlich ununterbrochene Nachtruhe geniessen.

Gute Nacht!
Patrick

 
     
  5. August 2004  
     
 

Nun sind wir bereits wieder zwei Wochen zurueck von unserem Trip in die Schweiz. Wir waren fuer fuenf Wochen im Baselbiet. Es war schoen, wiedermal viele bekannte Gesichter zu sehen und treffen. Leider verflog die Zeit wie im Nu, so dass es einfach nicht moeglich war, alle Freunde zu treffen. Wenn wir uns verpasst haben, klappt es dann sicher beim naechsten Besuch.

Unsere groesste Sorge vor dem Abflug war, wie unser Baby Angelino den langen Flug ueberstehen wuerde. Zum Glueck konnten wir in Tokyo uebernachten und so die Reise in 2 Etappen unterteilen. Unsere Sorge war vergebens. Angelino amuesierte sich praechtig, lag in seinem Bettchen und spielte mit allem, was ihm zwischen die Finger kam, sah die Filme, welche auf der grossen Leinwand ueber ihm liefen - und schlief immer wieder. Wenn er ein wenig unruhig wurde, nahm ich ihn auf einen Spaziergang durchs Flugzeug mit; dann wurde er von all den Passagieren unterhalten (vorallem die japanischen liebten das Baby mit grossen Augen und blonden Haaren). Sie hatten grosse Freude an ihm, er war der Star on Board, was ihm natuerlich sehr passte. So dass er fast ein wenig muffelig war, als wir in Zuerich von Board gehen mussten.

Mit der Zeitverschiebung hatte er dann mehr Muehe - es brauchte um die 10 Tage, bis er sich an die acht Stunden Zeitdifferenz gewoehnt hatte. Er hielt uns auf jeden Fall einige Naechte wach, da er nach Mitternacht hellwach war und spielen wollte. Zum guten Glueck war da seine Grossmutter, die ihn fuer einige Naechte betreute, sonst haetten sich Lucinda und ich nie vom Jetlag erholt.

Es hat richtig gut getan, wieder zu Hause zu sein. Die Freude war riesig, die Familie zu sehen und Angelino allen vorzustellen. Es wartete auch schon viel Arbeit auf uns, der Bau des Hauses war schon weit fortgeschritten, und waerend den 5 Wochen packten wir kraeftig mit an. Waende isolieren, streichen, verputzen, Boden isolieren und Parkett verlegen, putzen, reinigen, schleppen, schleppen, schleppen. Ich liess viel Schweiss, doch es ist sehr befriedigend zu sehen, wie das Haus mehr und mehr Formen annimmt.

azwischen erfrischten wir uns immer wieder in der schoenen Itinger Badi und unternahmen auch immer wieder kleinere Reislein wie der Besuch von Angelinos Urgrosseltern (stolz schossen wir einige Vier-Generationen-Fotos), Baden im eiskalten Gletscherbach im Kiental, Wandern im regnerischen und schneienden Wengen (Danke an die Jacomet/Schibler-Connection fuer die Wohnung!), Besuch meines Reisebruders Toran, der soeben Vater von Zwillingen geworden ist (Action ist angesagt), ein Tag on the Beach am Bielersee mit der ganzen Familie, Action Day mit der IAC Crew und als einer der Hoehepunkte ein Schwumm in der Aare quer durch Bern bei schoenstem Wetter mit Andi (eine der schoensten Attraktionen, welche die Schweiz zu bieten hat, finde ich).

Natuerlich durfte auch ein Ausritt mit meiner Schwester und deren zwei Hengsten nicht fehlen. Am letzten Morgen vor dem Rueckflug machten wir uns auf einen herrlichen Drei-Stunden-Ausritt. Fuehlte mich wie Old Shatterhand und Winnetou. Musste mich dann aber gut am Sattel festhalten, als wir losgaloppierten, um mich im Sattel zu halten... Brenzlig wurde es dann auch, als uns eine Herde von neugieriger Rinder verfolgte und auf Konfrontation aus war, als wir deren Weide durchquerte. Nur die zufaellige Ankunft des Bauers rettete unsere Haut. Ich - oder vor allem mein nicht trainierter Hintern - wurden arg in Leidenschaft gezogen, so dass der Rueckflug eine ziemlich schmerzliche Angelegenheit wurde.

Natuerlich durfte ein Besuch des Saisonauftaktspiels des FC Basels nicht fehlen. Meine zwei alten Arbeitskumpels Roman und Remo nahmen mich ins Schlepptau, und wir tauchten in die Basler Fussballwelt. Der FCB befand sich in bester Spiellaune und siegte 6 zu 0, sehr zu meiner Freude. Tat gut wieder mal richtigen Fussball zu sehen und nicht nur immer Football oder Rugby...

Wie schon gesagt, die fuenf Wochen vergingen viel zu schnell, so dass schon bald wieder Abschied nehmen angesagt war. Traurig nahm ich Abschied, gerne waere ich noch laenger geblieben, da vorallem das gute Wetter erst startete und noch viel Arbeit vor uns gelegen waere. Und wenn ich gewusst haette, was mich in Melbourne erwartet, haette ich den Rueckflug noch um einiges zurueckverschoben...

Nach langem, aber reibungslosen Rueckflug (samt Abstecher nach Tokyo Downtown) landeten wir im bitterkalten Melbourne. Die Zollabfertigung und Gepaeckausgabe waren wie gewohnt beschwerlich und lange. Zwei Stunden nach Landung konnten wir dann endlich die Koffer entgegennehmen und uns nach Hause machen.

Am naechsten Tag dann die boese Ueberraschung. Ich wollte kurz ins Wellness Center, fuer welches ich arbeite, um Hallo zu sagen. Dort angekommen stand ich vor verschlossenen Tueren und Schildern "Zu Vermieten". Der Schock sass mir in den Knochen. Ein Telefon an eine Mitkollegin machte es dann klar - der Manager hatte das Center in Ruin getrieben und bankrott erklaert. Das heisst, ich bin ab sofort arbeitslos und kann ziemlich sicher noch meinen ausstehenden Lohn irgendwohin streichen.

Zum Glueck habe ich noch meine Stammkunden, welche ich privat behandle, so dass wenigstens etwas Geld hereinkommt. Mache mich auf Jobsuche - dank der Mithilfe von den anderen Massagekolleginnen kann ich mich an einigen Orten bewerben.

Am Sonntag brauchte ich dann eine Auszeit. Ich begleitete einen Kumpel zum Skifahren. Es war das erste Mal fuer mich in Australien auf den Skiern. War ein komisches Gefuehl. Nach 3 stuendiger Anfahrt sahen wir den schneebedeckten Berg, welcher sich gigantisch aus den flachen, unendlichen Ebenen erhebt und aussieht, wie hingepflanzt. Ich mietete in einem Sportgeschaeft alles Noetige, sogar Skibrille und Handschuhe fuer $70.--. Das Skigebiet ist mittelgross mit 25 kuerzeren Liften, aber anspruchvollen Pisten und pickelhartem eisigem Schnee und einer grandiosen weitreichender Aussicht. War am Anfang noch etwas eingerostet, doch dann liess ich es sausen und wurde sogar wegen zu schnellem Fahrens ermahnt von der Pistenkontrolle. Voellig erschoeft, aber uebergluecklich, fiel ich an diesem Abend in bleiernen Schlaf.

Habe nun mein endgueltig letztes Semester Schule begonnen. Es sind noch 2 Kurse, welche ich beenden muss, und einen Kurs, welchen ich assistiere. Bin froh dann endlich fertig zu sein.

Am Samstag habe ich in meiner Praxis Tag der offenen Tuere. Ich habe einige Shiatsufreunde gefragt, ob sie mir helfen, Leute zu behandeln. Wir bieten gratis 15-Minuten-Schulter-Nacken-Behandlung an. Hoffe auf viel Laufkundschaft - und darauf, einige neue Kunden zu bekommen.

Gestern habe ich mich dann bei einem Wellness Center vorstellen koennen. Nach Gespraech und Massagebehandlung wurde ich sofort eingestellt. Die Managerin sagte, dass dies das erste Mal sei, dass sie jemand sofort beim Interview einstelle. In 3 Wochen kann ich anfangen. Was fuer eine Erleichterung.

Ebenfalls gestern war Angelino 6 Monate alt. Wir haben ihm schoen Happy Birthday gesungen, welches er liebt und freudig mitquitschte. Er kann nun alleine aufrecht sitzen fuer kurze Zeit, dreht sich vom Ruecken auf den Bauch, aber noch nicht zurueck - und hat begonnen zu essen. Sein erstes Mahl war Kuerbis, welches er schmatzend verschlang. Banane liebt er ebenfalls, hingegen sind Karrotten und Apfel nicht so sein Ding. Zum Glueck ging die Zeitverschiebung fuer ihn hier viel leichter ueber die Buehne und er hat sich fast sofort wieder angepasst. Uff. Gott sei Dank.

Am 1. August haben wir natuerlich auch ein wenig gefeiert. Wir haben Wunderkerzen aus der Schweiz heruebergeschmuggelt, welche wir feierlich abgebrannt haben. Leider fielen mir die Worte zur Nationalhymne nicht mehr ein, ausser Schoggibrot. So dass ich nicht singen konnte.

Also, ein kalter Gruss aus Melbourne! Geniesst die Sonne.
Patrick

 
     
  7. Juni 2004  
     
 

Zuerst die erfreulichste Nachricht. Wie die meisten von euch ja schon wissen, kommen wir Mitte Juni bis Ende Juli fuer 5 Wochen in die Schweiz. Was als Erst-April-Scherz angefangen hat, hat sich zu einem konkretem Plan gewandelt - und mit grosser finanzieller Unterstuetzung von meinem Mami und meinem Gotti (Danke vielmals!) konnten wir uns die Ticket sichern. Der Flug bringt uns diesmal via Tokyo/Japan in die Schweiz, was natuerlich sehr aufregend ist, da wir da auch uebernachten und ich endlich das Mutterland von Shiatsu beschnuppern kann.

Der Hauptgrund fuer unsere Reise ist natuerlich, dass unser kleiner Angelino (neue Bilder gibts übrigens hier) seine Schweizer Familie kennenlernen und die Familie ihn begruessen und bestaunen kann. Und da meine Eltern momentan gerade daran sind ihr Haus zu bauen, koennen sie jede zusaetzliche helfende Hand gebrauchen (nein, Angelino hilft noch nicht...). Und schlussendlich ist es hier in Melbourne seit einigen Tagen Winter. Die Temperaturen sinken gefaehrlich nahe an die Nullgradgrenze, so dass unser kleiner Ofen auf Hochtouren arbeiten muss, um uns und vorallem Angelino warm zu halten.

Ich werde in der Schweiz auch Shiatsu-Behandlungen geben. Jeden Mittwoch und Donnerstag Nachmittag werde ich in meines Vaters Praxis fuer Behandlungen zur Verfuegung stehen. Fuer Termine 061 931 20 10.

Angelino ist bereits 4 Monate alt. Er beginnt nun alles mit beiden Haenden zu greifen und in den Mund zu stopfen um es zu untersuchen. Er liebt es, die Zeitung, welche ich gerade am lesen bin, zu zerreissen. Den Schoppen will er nur noch alleine halten. In seiner Spielecke turnt er herum, dreht sich im Kreis, vom Ruecken auf den Bauch und umgekehrt. Er rasselt mit seiner Rassel und schlaegt gegen alles was in der Naehe liegt. Beim stillen stoppt er alle 10 Sekunden, um sein Mami anzulachen. Er liebt es, in aller Fruehe (zwischen 4 und 5h) in aller Lautstaerke zu plaudern ("aaaaah") und zu singen; damit will er seinen Eltern sagen: "Aus den Federn, ihr Faulpelze, ich bin bereit zum Spielen". Wir versuchten alle Schlaftricks, damit er am Morgen laenger schlaeft (frueher zu Bett, spaeter zu Bett, im Elternbett schlafen, Spielsachen ins Bett, Raum mehr verdunkeln, Windeln oefter wechseln...), doch nichts hilft. Spaetestens um 5 Uhr beginnt sein Tag. Ich glaube, in seinem letzten Leben war Angelino ein Hahn...

Seinen ersten Flug hat Angelino gut ueberstanden, als wir letzten Monat nach Brisbane flogen fuer einige Tage, um ein wenig abzuschalten. Bei Start und Landung wurde er gestillt und war zufrieden. Hoch ueber den Wolken hat er friedlich geschlummert. So, dass wir nun geruestet sind fuer den 24h Marathon Flug in die Schweiz. In Brisbane hat es ihm dann aber nicht so gefallen, und anstatt Meer, Strand und Sonne zu geniessen, war er kraenklich, weinte nonstop und wollte nicht schlafen - sodass wir nicht erholt zurueckgekommen sind wie erwartet, sondern gestresst und uebernaechtigt. Ich denke er hat einfach sein Bettchen, Zimmer und Spielsachen vermisst. Ein schoenes Erlebnis hatten wir trotzdem: Am letzten Morgen unserer Ferien bin ich mit ihm in aller Fruehe am Strand entlang spazieren gegangen und ploetzlich haben wir etwa 20 Delphine beobachten koennen, wie sie in den Wellen gespielt und gesurft haben. War das vielleicht eindruecklich - Flipper mal 20.

Angelino hat nun auch seinen Pass bekommen, den wir sofort bestellt haben. Er ist nun offiziell Australischer Staatsbuerger. Bei der Unterschrift steht "Not able to sign yet".

Ende Mai war ja auch der Eurovision Song Contest. Und ihr seid vielleicht ueberrascht, doch die Australier fiebern diesem Anlass entgegen. Am Abend dann gibt es ueberall grosse Parties mit Grossleinwaenden. Es ist eine Hassliebe. Niemand mag zugeben, dass sie es gucken, da das Niveau nicht gerade hoch ist, doch alle schauen es. Die Mischung von 0815 Songs, sexy Tanzen und vorhersagbarem Stimmverfahren ist ein Hit. Wir waren bei Freunden. Angelino hat durch den Laerm und Jubel durchgeschlafen. Zum guten Glueck, so dass er die laecherliche Schweizer Vorstellung nicht miterleben musste. Wiedereinmal hat sich die Schweiz in der ganzen Welt laecherlich gemacht. Den Kommentar des Kommentators will ich hier auf jeden Fall nicht weitergeben, doch das Niveau des Songs war ja mehr als niedrig. Danke Musicstars.

Gestern war die Olympische Flamme in Melbourne, den ganzen Tag sind sie in der Stadt herumgerannt mit einem Spezialaufgebot von Polizei, Militaer und Sponsorenautos (Coke, Samsung). Leider war ich immer am falschen Ort, so dass ich sie verpasst habe.

Heute habe ich einen gemuetlichen Tag mit Angelino. Wir machen Hausputz und gehen dann auf einen langen Spaziergang in die Stadt und geniessen die Wintersonne.

Ein lieber Gruss und bis bald in der Schweiz
Patrick

 
     
  1. Mai 2004 - Baby Groove!  
     
 

Angelino ist bereits 3 Monate. Ich versuche mich immer noch in die Vater Rolle einzugewoehnen und mein Bestes zu geben. Wir haben viel Freude mit ihm - trotz gelegentlicher Sturmtiefs.

Angelino ist ein richtig suesses und zufriedenes Kerlchen. Immer ein Laecheln auf den Lippen und weint nur, wenn er Hunger oder die Windeln voll hat. Er beginnt nun zu plaudern, seufzen und juchzen. Da kann er minutenlang an die weisse Decke starren und einfach vor sich hin plaudern. Er nimmt nun alles, was ihm zwischen die Finger kommt in den Mund und geifert es voll. Manchmal stopft er seine beiden Faeustchen zusammen hinein. Langsam wird er ein wenig aktiver und beginnt sich zu bewegen. Von Bauchlage in die Rueckenlage, um die eigene Achse drehen, Kopf heben, am liebsten sitzt er auf unserem Schoss und geniesst es seine Umgebung zu bestaunen.

Alle sagen, er sieht aus wie sein Papi (macht mich natuerlich sehr stolz). Wenn ich ihn genau betrachte, sehe ich mich vor 32 Jahren.

Vor einigen Wochen der grosse Schock: Angelino verliert seine Haare! Nein, bekommt er schon sehr frueh eine Glatze wie sein Papi? Dann das grosse Aufatmen. Seine zweite Garnitur Haar kommt schon nach - und man staune, es ist blond (von seiner Mutter). Er wird ein blonder Junge mit blauen Augen! Was fuer eine Ueberraschung, war er doch ziemlich dunkel am Anfang.

Ich weiss, sicher langweile ich euch mit all diesen Details ueber unser Baby - doch Angelino ist momentan unser Leben, um welches sich alles dreht, unser kleiner Prinz. Wir tanzen nach seiner Pfeife und sind immer fuer ihn da - 24h Service. Es geht manchmal turbulent zu, und wir leben nach Babyzeit. Die dreckige Waesche haeuft sich, das schmutzige Geschirr stapelt sich in der Kueche, der Kuehlschrank ist leer, Toilettenpapier ist auch ausgegangen, den Weg ins Bett muss man sich durch die Unordnung erkaempfen... Es benoetigt immer wieder einen Energieanfall von Lucinda oder mir, und wir spielen Mr.-Proper-Putz-Team und putzen, bis alles wieder glaenzt und spiegelt, waehrend Angelino in seinem Sitzchen lacht und gigelt und sich amuesiert.

Am Freitag vor einer Woche war mein Geburtstag. Ich habe einen Tag frei genommen. Wir wollten in den Safari Zoo fahren, doch es war der kaelteste und feuchteste Tag in diesem Jahr. Es regnete in Stroemen... Wir entschlossen uns, trotzdem zu gehen. Den Zoo teilten wir dann nur mit etwa 10 Leuten. Das Safarigehege war unter Wasser, so dass wir nicht mit den Jeeps ausfahren konnten. Bewaffnet mit dicken Regelmaenteln huepften wir um die Wasserpfuetzen rum und beobachteten die Tiere zu Fuss, welche sehr aktiv waren. Die Loewen kaempften, stritten und balgten wie ich sie noch nie gesehen habe. Die Geparde rennten herum wie auf der Jagd. Ich nehme an, viel Bewegung schuetzt vor Kaelte. Soass es sich trotz allem lohnte. Angelino war warm eingepackt unter der Jacke und hat den Zoo leider verschlafen.

Am Abend gingen Lucinda und ich das erste Mal seit der Geburt ohne Baby in den Ausgang. Wir hatten Tickets zu dem neuesten Mel-Brooks-Musical "The Producers". Wir genossen es in vollen Zuegen. Doch nach der Pause hatten wir Muehe, unsere Augen offen zu halten, weil wir ja nun normalerweise beim Eindunkeln in die Federn huepfen, um genuegen Schlaf zu bekommen, denn um 5.30am ist Angelino fit und munter, dann ist nicht mehr an Schlaf zu denken. Im Halbschlaf versuche ich mich dann jeweils aufzuraffen - und kann nicht verstehen wie man so fit sein kann um diese Zeit. Gluecklicherweise schlaeft er dann nach einer halben Stunde herumtragen und bestaunen des dunklen Wohnzimmers wieder ein und wacht um 7h auf - und ab dann gibt es kein Pardon mehr: Dann ist action angesagt.

Die Zeit vergeht mit Baby noch schneller als ohne. Diese 3 Monate vergingen wie im Flug, auch wenn sie sehr intensiv gewesen sind, und es ist, als ob Angelino schon jahrelang bei uns ist.

Naechste Woche werden wir dann ein paar Tage nach Brisbane fliegen (mit den superbilligen Tickets), einige Tage am Strand ausspannen und Angelino ans Strandleben angewoehnen - the little Beachboy.

Hier noch tolle News: Mitte Juni kommen wir fuer 4 Wochen in die Schweiz, um meinen Eltern beim Bau ihres Hauses zu helfen. Wir freuen uns riesig, in den Sommer zu fliegen und viele unserer Familie und Freunde zu treffen. Wir koennen es kaum erwarten, Angelino allen vorstellen zu koennen. Also bis Bald!

Busy Daddy Patrick

 
     
  4. Februar 2004 - Horray! It's a baby boy!  
     
 

Click to enlarge / Klicken zum VergrössernMit grossen Stolz moechten wir die Geburt unseres Sohnes Angelino Lotus ankuendigen (4010 gr / 51 cm). Am 4. Februar 2004 um 11.26 Uhr war es endlich soweit. Nach langem Click to enlarge / Klicken zum VergrössernWarten und langem Geburtsmarathon durften wir unser Baby das erste Mal in die Arme nehmen.

Die Tage vor der Geburt war vor allem Warten und Teetrinken angesagt, dazwischen spielten Lucinda und ich noch Tourfuehrer fuer verschiedene Schweizer Freunde, welche im "optimalsten" Zeitpunkt zu Besuch kamen, und natuerlich bejubelten wir Roger Federers Sieg am Australian Open. Da Lucinda am Sonntag in Wehen lag, kaufte ich kurzerhand einen Fernseher, da ich das Finalspiel von Roger auf keinen Fall verpassen wollte...

Die Geburtsphase startete Ende letzte Woche und zog sich bis Mittwoch durch. Am Sonntag fuhren wir das erste Mal ins Krankenhaus und dachten, Click to enlarge / Klicken zum Vergrössernnun gehe es los. Vier Stunden spaeter wurden wir wieder nach Hause geschickt (3 Uhr morgens), da die Wehen noch nicht stark genug waren - und der Prozess noch nicht fortgeschritten genug, um ein Zimmer in Anspruch zu nehmen...

Am Dienstag Morgen gingen wir dann zur Untersuchung, da behielten sie uns gleich da, da die Wehen so stark waren, dass Lucinda nicht mehr ins Auto steigen konnte. Am Dienstag Abend gings dann richtig los. Am Mittwoch um 6 Uhr waere unser Baby eigentlich auf die Welt gekommen. Doch sein Kopf lag falsch im Becken, so dass er mit dem Vacuumsauger und der Zange rausgeholt werden musste, was nochmals Click to enlarge / Klicken zum Vergrössernweitere 6 Stunden (die längsten meines Lebens) in Anspruch nahm, bis er endlich das Licht der Welt erblickte.

Er sieht aus ein bisschen aus wie ein Boxer nach verlorenem Kampf, mit blauem geschwollenen Veilchen von der Zange und Saugabruck am Kopf, doch sonst ist er quietschfidel, munter, sehr gesund und stark.

Wir waren Click to enlarge / Klicken zum Vergrössernso uebergluecklich und froh, als wir ihn endlich in die Arme schliessen konnten. Da er gequietscht hat wie ein Aeffchen nach der Geburt, konnten wir ihn unmöglich Tiger nennen, wie wir es eigentlich vorgesehen haben. Sein Name ist nun ANGELINO LOTUS Tanner. Hoffen wir, dass er ein kleiner Engel bleibt!

Da er noch ein bisschen Probleme hat mit Milch trinken, musste er fuer weiteres Training mit Mama im Krankenhaus bleiben - die beiden werden dann in den naechsten Tagen zu Hause mit riesigem Empfangskomitee vom Papa erwartet.

Danke fuers Mitfiebern und fuer die aufmunternden Worte und Gedanken!
Ein erschoepfter Gruss
Patrick

PS: Ihr könnt auf alle Bilder klicken, um eine grössere Fassung zu sehen!

 
     
  26. Januar 2004 - Warten, Warten, Warten.  
     
 

Heute soll der Geburts-Termin sein. Aber momentan ist noch kein Zeichen zu sehen, welches den Start der Geburt anzeigt. Ist auch nicht verwunderlich, denn nur etwa 1 - 3 % der Babies kommen an diesem Termin. Vorallem die meisten Erstgeborenen haben normalerweise bis zu 2 Wochen "Verspaetung". Wir haben es uns gemuetlich gemacht fuer dieses Wochenende. Keine grossen Plaene oder Termine und trinken Tee und warten... Immer wieder unterbrochen vom Telefon.

Immer wieder klingelt es und Freunde und Familie rufen an, um auszukundschaften, ob es schon Neuigkeiten gibt, und ob es uns gut geht. Wir haben nun soeben einige Fotos von uns gemacht, so dass wir den gigantischen Bauch auch dokumentarisch festgehalten haben. Gestern waren wir beim Chinesen und haben einige Chilli-Gerichte bestellt, denn scharfes Essen soll die Geburt vorantreiben. Heute ist vielleicht der Inder dran.

Die Zeit arbeitet momentan fuer uns, denn wir sind noch immer am knobeln der Namen. Die Liste der Maedchen umfasst 10 Namen - und die der Boys noch immer 16! Da wir uns unschluessig sind, bin ich letzte Woche nochmals zur Bibliothek gegangen und habe einen Riesenschunken mit 75'000 Namen nach Hause gebracht, den wir nun durchgeackert haben. Doch 99% war so ziemlich unbrauchbrar fuer uns. Nur einige Beispiele:

  • Rugby, Slavomil, Starbuck, Thaddeus, Thorleif, Thorndike fuer Jungs
  • Kokokoho, Epiphany, Haralda, Hortense, Imogene fuer Maedchen

Ich denke, in einigen Tagen haben wir diese wichtige Angelegenheit endlich aussortiert.

Momentan herrscht bei uns in Melbourne wieder Jubel Trubel. Die ganze Stadt ist im Tennisfieber (Australian Open). Tausende von bunten Fans bevoelkern die Stadt und sorgen fuer gute Stimmung und Atmosphaere.

Also, weiterhin Daumen druecken, es kann nun jeden Moment losgehen...

Ein teetrinkender Gruss
Patrick

 
     
  10. Januar 2004  
     
 

Happy New Year!

Fuer die Feiertage sind Lucinda und ich zu Freunden ans Meer gefahren und haben unser neues (Familien-) Zelt, welches wir uns zu Weihnachten geschenkt haben, eingeweiht. Um es fuer die hochschwangere Lucinda bequem zu machen, packten wir meinen dicken Shiatsu Futon ein, so dass wir wie in einem Himmelsbett uebernachteten.

Bei schoenstem Badewetter haben wir die wilde Natur genossen, lange Strandspaziergaenge unternommen (na so lange waren die auch wieder nicht, da Lucinda ja nun mehr watschelt als geht), sind stundenlang in den vielen, warmen Rockpools im Meer gelegen und haben Sonnenstrahlen getankt, haben tote Seeloewen am Strand inspiziert, haben Sylvester unter einer klaren und kuehlen Sternennacht mit einem halben Glas Champagner gefeiert und auf die letzen Ferien zu zweit angestossen...

Leider bekam Lucinda vor unserem Trip einen grossen beissenden Ausschlag am ganzen Koerper, welcher immer schlimmer wurde, so dass wir einige Zeit im Krankenhaus bei Doktor und Untersuchungen verbringen mussten. Wir haben dadurch auch mit dem fuerchterlich schlechten oeffentlichen australischen Gesundheitswesen unsere Erfahrung gemacht - z. B. mussten wir fuer 2½ Stunden auf einen Doktor warten, der uns einige Resultate mitteilen sollte. Erst nachdem ich mal richtig auf den Tisch geklopft hatte, ging es dann vorwaerts. Da wir aber weitgehend im Dunkeln belassen wurden und uns niemand sagen konnte (oder wollte), wie schlimm es ist und was wir tun koennen dagegen, nahmen wir die Sache selbst in die Hand und gingen zu einem Chinese Doktor, welcher Lucinda Kraeuter-Medizin verschrieb - und schon nach 3 Tagen war der Ausschlag gluecklicherweise fast verschwunden.

Wir erwarten unser Baby in 2 Wochen Ende Januar. Lucinda hat einen riesigen Bauch - und Muehe, sich vorwaertszubewegen. Sogar das Drehen im Bett, Schuhe Binden oder aus dem Auto Steigen werden zu einem grossen Manoever. Die Schwangerschaftskleider gehen auch schon lange nicht mehr, so dass sie mit einem Rock und einem Bademantel ueber die naechsten Wochen kommen muss. Sie waere auf jeden Fall froh und erleichtert (wortwoertlich), wenn es heute schon kommen wuerde.

Ich habe immer noch das Gefuehl, dass es ein Maedchen wird, obwohl die vietnamesischen Ladies im asiatischen Shop und einige andere Moechtegern-Propheten sagen, dass es ein Junge wird, wegen der Basketball Form des Bauches. Auf jedenfalls wird es ein wildes kleines Baby, welches im Bauch herumturnt wie ein Kunstturner und strampelt wie ein Schwimmer.

Wir sind nun eingerichtet und bereit fuer das freudige Ereignis. Die Wiege ist einzugsbereit. Noch duerfen die Teddybaeren darin schlafen, doch bald muessen sie ausziehen. Wir haben all die Babysachen von Bekannten und Freunden erhalten. Was natuerlich super ist fuer uns. Die Tasche fuer die Geburt im Krankenhaus ist auch schon gepackt. Nach den Buechern muessten wir einen Umzugs-LKW mieten, um all die Sachen zu transportierten, die wir mitnehmen sollten. Am Schluss braucht man eh das, was man nicht dabei hat.

Wir warten nun also gespannt, auf den grossen Moment. Es kann nun jeden Augenblick losgehen, kann aber auch noch 4 Wochen dauern

Also, Daumen druecken und uns bei der Geburt kraeftig unterstuetzen.
Ein nervoeser Gruss
Bald Geburtshelfer und Papi Patrick

 
     
  13. Dezember 2003  
     
 

Adventszeit in Melbourne: Es wird immer heisser - es ist Advent (verkehrte Welt...). Die Leute schmuecken ihre Haeuser mit winterlichem Weihnachtsschmuck und Weihnachtsmaenner. Als Schnee muss weisse Plastikfolie herhalten...

Vor einer Woche hatten wir hier den schwersten Regensturm in 100 Jahren. Ploetzlich kurz vor Mitternacht fing es an zu schuetten, donnern und blitzen. Es blitzte ununterbrochen fuer 3 Stunden - wie ein Disco-Blitzgewitter. Noch nie habe ich sowas erlebt. Innerhalb weniger Stunden stand der ganze noerdliche Stadtteil unter Wasser und nichts bewegte sich mehr. Auf den Strassen standen unzaehlige verlassene Autos kreuz und quer umher. Leute wurden weggeschwemmt, Haeuser, Shops und Geschaefter ueberschwemmt - und dann auch noch gepluendert. Zum Glueck befand ich mich im Bett in meiner trockenen Wohnung im ersten Stock... und konnte das Unwetter von unter der Bettdecke bewundern.

Seither haben wir eine Hitzwelle und sehr starken Wind. Die Pollen vom Farmland, welches Melbourne umgibt, treibt es in die Stadt - sie verursachen starken Heuschnupfen bei vielen Leuten. Ich bin auch sehr am leiden. Nachdem ich das letzte Jahr verschont blieb, traf es mich dieses Jahr umso schlimmer und die nase tropft und die Augen beissen.

Es gibt momentan nicht so viel zu berichten. Ich bin fleissig daran, mein Shiatsugeschaeft weiter aufzubauen, was sehr viel Energie kostet und immer wieder Tiefschlaege bringt. Dann habe ich endlich die Shiatsuschule abgeschlossen und habe mein Diploma erhalten. Wir sind in der letzten Vorbereitungsphase fuer die Geburt des Babies. Wir besuchen die Information Sessions und hoeren all die Horrorgeschichten, was alles schiefgehen koennte - das nimmt einem die Lust an der Geburt. Lucinda hat im Vergleich zu den 6 anderen Paaren bei weitem den groessten Bauch. Sie ist sehr stolz darauf. Und ich musste vom Bett auf den Fouton umziehen, da sie die ganze Matratze in Anspruch nimmt mit dem groessten Bauch Australiens. Die Namen haben wir nun auch zu 99 % ausgesucht und die Wiege ist bezugsbereit. Nun heisst es nur noch abwarten und Teetrinken.

Ich wuensche allen eine friedliche, ruhige und festliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr, welches viele Ueberraschungen und Begegnungen bereithalten wird!

Ein weihnaechtlicher Gruss
Patrick

 
     
  23. Oktober 2003  
     
 

Hallo! Ich bin wieder einmal am packen. Nachdem wir nun 2 Monate in unserem neuen Heim wohnen und uns immer noch nicht richtig wohl fuehlen, haben wir uns entschieden wieder umzuziehen.

Per Zufall wurde eine tolle 3 Zimmer Wohnung frei, in welcher Lucinda bereits gewohnt hat und die Vermieter gut kennt. Wir wurden uns nach kurzer Besichtigung per Handschlag sofort einig. Die Wohnung ist groesser, heller, billiger und naeher zum Einkaufsviertel und Downtown und nur zwei Minuten von meiner Praxis (sehr praktisch.). Fast nur Pluspunkte, nur den sonnigen Sitzplatz werde ich sehr vermissen fuer meine fruehmorgen Tai Chi Session (aber wann ist es schon sonnig und schoen hier.).

Wir haben nun auch ein Schlafzimmer fuer das Baby, welches ja bald kommt. Im jetzigen Haus konnten wir den allgemeinen Raum einfach nicht in ein Babyzimmer umkonstruieren. Zudem sind da die Nachbarn zur linken Seite, die zwei grunzende Hunde haben, die ihren Sitzplatz vollkacken (welch ein Dueftchen wird da rueberwehen im Hochsommer.) - und die zur Rechten, die Musiker sind, die oft singen, proben und laut Musik hoeren, wenn sie nicht das Haus voll Leute fuer eine Party haben. Wir vergiessen auf jeden Fall keine Traenen, wenn wir die Tuere das letzte Mal abschliessen hier.

Am neuen Ort haben wir dann endlich auch ein Zimmer mit Bett fuer allfaellige Besucher und Reisende (vom alten Kontinent!). Wir haben schon einige Buchungen bekommen. Unsere neue Adresse ist (fuer Fanpost und Besucher):

Lucinda und Patrick Tanner
3/215 Lennox Street
Richmond, VIC 3121
Telefon: 03 9429 1090

Mit unserer Vermieterin hatten wir natuerlich unerfreuliche Verhandlungen, da wir den Mietvertrag (Einjahresvertrag) brechen und sie alles andere als erfreut war. Doch wir haben ihr ein Nachfolger-Ehepaar, das gerade aus Holland zurueckgezogen ist, auf dem Silbertablett serviert - so dass sie schlussendlich zufrieden und gutgestimmt ist.

Morgen feiern wir Lucindas 33. Geburtstag (was? schon?!). Wir haben eine alte Kantine fuer Militaerveteranen gebucht und werden bei traditionellem Roast of the Day oder Schnitzel mit Pommes mit allen Freunden feiern mit Liveband und Komikern. Und dann am naechsten Tag mit schwerem Kopf zuegeln. Yuppiee!

Am Sonntag habe ich an einem grossen Volksradrennen im Massage-Team mitgeholfen. Ich war der einzige Shiatsutherapeut und habe am Boden gearbeitet. Wir haben am Ziel die mueden und verkrampften Fahrer entspannt und wieder auf Vordermann gebracht. Die Masseure haben immer Sprueche geklopft ueber meinen unkonventionellen Stil und meine Arbeit am Boden. Doch die Leute haben es genossen. 6 Stunden Shiatsu nonstop. 15 Minuten jede Massage. Ich war nachher fix und fertig - fast wie die Fahrer nach 220 km. Am Anfang hat es in Stroemen geregnet und es war bitter kalt, so dass wir die ersten Fahrer eine Viertelstunde lang lang warmgerieben haben, um die Waerme zurueck in den Koerper zu bringen (Melbourne-Wetter im Fast-Sommer...). Spaeter kam dann doch die Sonne und die Laune der Teilnehmer erhellte sich auch erheblich.

Lucindas Bauch waechst und waechst - er hat nun Groesse eines Fussballs. Und hat begonnen sich zu bewegen. Wenn das Baby im Bauch herumstrampelt und kickt, woelbt sich der Bauch staendig. Wir haben einige Namensvorschlaege bekommen - vielen Dank. Wir sind noch immer unschluessig ueber die Namen, wenns ä Bueb wird. Helmut, Seppli, Pirmin, Franz, Guschti kommen da wohl eher nicht in die engere Auswahl.

Momentan spielt das Wetter hier verrueckt wie ueblich. Am Samstag war es heiss und sonnig, und am Sonntag (siehe oben) war es kalt wie im tiefsten Winter. Die Heizung musste reaktiviert werden. Ich hoffe nur, wir haben ein wenig Umzugswetterglueck.

Wir sind nun inmitten in der Pferde-Rennen Saison. Nach Football und Cricket - die groesste Liebe der Melbournians. Parties nonstop, Wetten um Millionenbetraege, die Ladies, die sich elegant und klassisch stilvoll kleiden mit Hut (dieser ist obligatorisch). Der Cup Day, welcher am ersten Dienstag im November ist, ist DAS Rennen - da arbeitet niemand, ausser natuerlich die Pub- und Barangestellten, welche die Tausenden von durstigen Kehlen bedienen muessen. Die Nation steht still. Saemtliche Augen sind auf alle zur Verfuegung stehenden Fernseher gerichtet. Jedermann/frau wettet auf dieses Rennen und sucht sich sein Favoritenpferd aus. Als ich das letzte Jahr nicht wetten wollte, haben mich alle angeschaut als ob ich ein Marsmensch waere, mit einem Riesenpickel auf der Nase. So verrueckt sind die hier, wenns um den Cup Day geht.

Also mehr zum Cup Day in einigen Tagen, wenn ich ihn ueberlebt habe...
Ein verregneter Gruss
Patrick

 
     
  25. September 2003  
     
 

Fruehlingsstürme

Es ist unglaublich. Es windet und "chuttet" hier seit Wochen. Manche Tage sehen aus, als ob die Welt naechstens untergehen wuerde. Gluecklicherweise ist es nun langsam waermer, aber der Wind ist schon sehr nervig. Ich kann nicht mal mein Shiatsu-Schild auf der Strasse aufstellen, da es staendig umgeweht wird. Letzte Woche hat mich mein Kumpel Phil angerufen, der fuer einige Monate in Noosa in Queensland am Englisch lernen ist. Er hat mir von schoenstem Badewetter vorgeschwaermt und seinen bisherigen Taetigkeiten wie Surfen, Schwimmen und Boogieboarden... Da war ich gar nicht eifersuechtig.

Ich bin hier seit Monaten am frieren und bin in den letzten zwei Jahren vielleicht sechsmal im Meer schwimmen gewesen (zu kalt und drecking hier). Da kommen schon grosse Zweifel auf, was Lucinda und ich noch hier im Australischen Sibirien machen. Die Plaene sind gefasst - im naechsten Jahr werden wir umziehen! Entweder in den warmen Norden (hier ist der Norden warm, nicht der Sueden... Phil, wir kommen) oder nach Europa. Das Asienprojekt haben wir momentan auf Eis legen muessen wegen einem anderen Projekt.

Wie die meisten ja bereits wissen, bekommen wir im Januar ein Baby und so sind wir nicht mehr so mobil wie bisher, und muessen unseren naechsten Schritt genauestens planen.

Asien waere in dieser Situation einfach zu kompliziert. Bis das Baby umzugsfaehig ist, werden wir also sicher noch ein Jahr weiterfrieren in Melbourne, bevor wir die Zelte definitiv abbrechen hier. Die Schwangerschaft verlaeuft bestens - der Bauch wachst taeglich. Leute bieten Lucinda schon den Sitzplatz im Tram an, auf dem Weg zur Arbeit. Nun sieht man bereits die Bewegungen des Babies im Bauch. Ploetzlich bewegt sich der Bauch wie in Wellenbewegungen auf und ab.

Wir sind beschaeftigt, Namen fuer den Neuankoemmling auszudenken, was nicht so einfach ist. Wenn wir nur wuessten, ob es Junge oder Maedel ist, so koennten wir uns auf ein Geschlecht konzentrieren... Aber wir wollten es beim Ultraschall (das Baby hat schon fleissig gewunken) ja nicht wissen. Ueberraschung! So muessen wir fuer beide Moeglichkeiten Namen bereit halten. Wir bekommen von ueberall her Vorschlaege. Die meisten sind nicht besonders brauchbar. Wie Hugo, Otto, James, Jimmy, Lleyton... Wir haben ja noch einige Monate Zeit.

Nach zweimaligem Umbuchen wegen SARS und Terrorism und langem Abwarten ist Lucinda nun endlich fuer 2 Wochen nach China geflogen, um ihre alten Arbeitskolleginnen und Schueler zu besuchen (sie hat da fuer 2 Jahre Architektur unterrichtet). Da ich mich hier um mein Geschaeft kuemmern muss, habe ich mich entschlossen, nicht mitzugehen. Sie hatte einen tollen Trip und war froh alle alten Bekannten wiedermal zu sehen. Doch dann entschied sie sich nach 5 Tagen wieder nach Hause zu kommen, da es keinen Spass machte alleine umherzureisen. Wir verbrachten dann zusammen einige Tage hier in Victoria und fuhren an die Kueste, wo wir stuermisches Fruehlingswetter (siehe oben) im Hotelzimmer "genossen".

Letztes Wochenende war Daviscup, Australien - Schweiz. Das Stadion ist nur 5 Minuten von unserem Haus entfernt. Hier war der Anlass nur Nebensache, da wir uns momentan in den Football Finals befinden - ist niemand so richtig an Tennis interessiert. Lleyton und Phillipousis mag eh niemand hier. Lleyton macht Werbung fuer WC-Papier - so wird er der "Toiletpaper Sales Representative" genannt. War ja klar, dass die kleinen Schweizer eh geschlagen werden. Nur am Sonntag, als nichts anderes los war, schaute man gezwungenermassen Tennis. Lucinda und ich gingen ins Pub. Da lief das Spiel im TV, ohne Ton. Als Lleyton Hewitt immer besser wurde und Federer kein Rezept dagegen fand und die Stimmung im Stadion immer besser wurde, haben sie der TV Ton immer lauter aufgedreht und am Schluss feierte das ganze Pub - ausser mir natuerlich. Ich zog frustriert von dannen.

Ich bin nun fleissig am Flyers verteilen in Tausende von Haushaltungen. Ich sehe die unglaublichsten Briefkaesten hier. Ich glaube die Australier machen sich ein Hobby daraus, die Briefkaesten zu verstecken. Wer versteckt seinen Briefkasten am besten oder wer tarnt den Briefkasten am besten im Gartenhag? Oder wer hat die kleinste Oeffnung, so dass nicht mal der kleinste Brief / Flyer reinpasst. Ich glaube die Aussies bekommen nicht gerne Post (sind eh meistens nur Rechnungen). Ich komme mir manchmal vor wie Sherlock Holmes auf der Suche nach dem verlorenen Briefkasten...

In unserem neuen Heim sind wir nun eingerichtet. Lucindas Vater hat uns viel geholfen und einiges repariert und auf Vordermann gebracht. Ich bin ja nicht der geborene Do-it-yourself-Man, so dass ich froh bin, eine fachmaennische Reparatur-Kraft in der Familie zu haben. Das einzige Problem war, dass er immer in aller Fruehe vor der Tuere stand. Nicht mal am heiligen Sonntag konnten wir ausschlafen. Spaetestens um 8h klingelte die Glocke. Wir sind nun froh, dass alles so weit in Ordnung ist. Doch nicht gut genug fuer Allan. Da er es liebt herumzuwerkeln, hat er eine ganze neue Liste mit Sachen zum verbessern aufgestellt und freut sich schon auf die 2. Reparatur-Etappe.

     
» Home       » Top of page
Design & Webpublishing by ah,ja! WebCreations © 2002